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Frieden im Nahen Osten kommt mal wieder voran |
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„Israel hat jedes Maß verloren" „Der israelische Staat hat es sich auf seinem Stammplatz am Pranger der Welt bequem gemacht und so schlimmen Schaden angerichtet – für seine Stellung in der Region. Wer von so vielen Seiten angefeindet wird, ist dringend auf Freunde angewiesen.“ (Süddeutsche Zeitung online, 31.5.) So liest sich aktuell eine gleich mehrfach aufschlussreiche „Kritik“ an dem Mittelmeer-Massaker durch israelische Elitetruppen, die wir so oder ähnlich auch aus jeder anderen deutschen Quelle hätten zitieren können: • Israel habe mit der Aktion „jedes Maß verloren“. Was wäre denn das richtige „Maß“ fürs Erschießen von Leuten, die Fertighäuser und Rollstühle ins abgeriegelte Gaza schaffen wollen? Erst mal nur fünf statt gleich 19 Tote? Fangschüsse ins Bein statt gleich in den Kopf? Merke: Die Forderung nach „Verhältnismäßigkeit“ teilt den Zweck, meldet aber ganz prinzipiell den Anspruch auf Mitsprache beim Erschießen an. |
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Gewaltexzesse in Thailand
Neulich in Thailand: Panzer fahren durch Bangkok, es wird scharf geschossen, Blut fließt, eine ganze Menge Tote fallen an. Die deutsche Presse berichtet. Wie? Gelten die staatlichen Repressionsmaßnahmen gegen die Rothemden als brutal? Wird Anklage erhoben vom Standpunkt der Menschenrechte? Gilt die Regierung, die mit ihrer Armee um ihre Macht kämpft, als illegal oder undemokratisch, weil sie die rebellierenden Massen um den Wahlsieg ihrer Partei betrogen und damit die Proteste ausgelöst hat?
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Noch ist Polen nicht verloren |
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Es gibt eben solche und solche Menschen, wertvolle und weniger wertvolle. Wenn – wie jetzt in Smolensk – große Teile der polnischen Elite beim Flugzeugabsturz dahingerafft werden, dann handelt es sich offensichtlich um ein extra tragisches Unglück. Das wissen als allererstes die berichtenden Medien – in Polen zuerst, aber auch in Deutschland und sonstwo. Sie sprechen gleich für Millionen, als hätten sie die im einzelnen befragt: Wie ein Faktum wird mitgeteilt, was die staatstragende „Vierte Gewalt“ einfordert, weil es für sie selbstverständliche Bürgerpflicht ist: „Ganz Polen“ befindet sich in einer „Schockstarre“, „trauert“ kollektiv um seine Führung und macht sich Sorgen, weil das Vaterland vor der „beispiellosen Herausforderung“ steht, fast seine ganze nationale Führungsmannschaft komplett erneuern zu müssen.
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Haiti: Drama in (vorerst) drei Akten |
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Wozu Katastrophen alles gut sind
Ein schweres Erdbeben tötet mehrere zehntausend Menschen sofort und zerstört das Bisschen an „Infrastruktur“ und „Ordnung“ eines Landes, das notorisch und seit vielen Jahren zu den „ärmsten Ländern der Welt“ gehört. Haiti ist nämlich ein Musterland des klassischen karibischen Hinterhofs: Nicht mehr viel zu holen dort seit dem Ende von Plantagenwirtschaft und Sklaverei, deshalb bitterarm und ein wenig instabil, aber im Prinzip alles unter Kontrolle. Jedenfalls keine Gefahr von Linksabweichlertum wie in Kuba oder Venezuela. Und mit den paar Elends-Flüchtlingen wird die US-Küstenwache lässig fertig. Kurz, ziemlich uninteressant dieses Land. So uninteressant, dass dem deutschen Publikum im Fernsehen erst erläutert werden muss, dass sich Haiti mit dem bekannten Feriendomizil DomRep eine Insel teilt. |
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