Frieden im Nahen Osten kommt mal wieder voran PDF Drucken E-Mail

„Israel hat jedes Maß verloren"
„Der israelische Staat hat es sich auf seinem Stammplatz am Pranger der Welt bequem gemacht und so schlimmen Schaden angerichtet – für seine Stellung in der Region. Wer von so vielen Seiten angefeindet wird, ist dringend auf Freunde angewiesen.“ (Süddeutsche Zeitung online, 31.5.)
So liest sich aktuell eine gleich mehrfach aufschlussreiche „Kritik“ an dem Mittelmeer-Massaker durch israelische Elitetruppen, die wir so oder ähnlich auch aus jeder anderen deutschen Quelle hätten zitieren können:
• Israel habe mit der Aktion „jedes Maß verloren“. Was wäre denn das richtige „Maß“ fürs Erschießen von Leuten, die Fertighäuser und Rollstühle ins abgeriegelte Gaza schaffen wollen? Erst mal nur fünf statt gleich 19 Tote? Fangschüsse ins Bein statt gleich in den Kopf? Merke: Die Forderung nach „Verhältnismäßigkeit“ teilt den Zweck, meldet aber ganz prinzipiell den Anspruch auf Mitsprache beim Erschießen an.

• Israel mache es sich mit seinen Killerkommandos zu einfach, stehe danach auch noch „bequem am Pranger“. Für unsere abgebrühten Schreibtischschützen erst mal Anlass zum Fachsimpeln: War die Aktion jederzeit „unter Kontrolle“? Wo blieb die politische Weitsicht? Und, was in Sachen Kontrolle viel schwerer wiegt, war sie im Sinne unserer Nahost-Politik? War sie abgestimmt? Da hegen die Meinungsbildner stellvertretend fürs Außenamt gewisse Zweifel, das hätten wir besser gekonnt. Merke: Ein israelisches Massaker fordert – unsere konstruktive Einmischung und zum Beweis viel besserwisserische Stilkritik.
•  Israel habe „schlimmen Schaden angerichtet“. Nicht etwa an den toten und verletzten Opfern, sondern an seiner „Stellung in der Region“. Ein fast schon unglaublich brutaler Zynismus, aber sehr sachgerecht. Schließlich hält Israel nicht nur für sich, sondern für „uns“ Stellung in der Region, sonst könnte „uns“ der Schaden, den sich dieses Land in der Logik des Schreibers selbst zugefügt habe, ja auch herzlich egal sein. Merke: Bei aller Stilkritik, am Ende gibt es nur einen Maßstab – den unseres Erfolgs beim Ordnen der Welt. Dem muss sich auch Israel unterordnen.
•  Israel sei deshalb „dringend auf Freunde angewiesen“: Das klingt dann schon fast wie eine kleine Drohung. 19 Tote – OK, nicht schön, aber passiert. Die Araber und Türken übertreiben ja auch gern. Aber Eigenmächtigkeit lassen wir nicht so einfach durchgehen, nicht einmal von Israel. Darüber wird noch zu reden sein.

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Israel kapert einen Schiffs-Konvoi auf seinem Weg in den Gazastreifen, massakriert einige der Aktivisten und lässt deren Hilfslieferungen nicht durch.
Die wichtigsten Fragen, die einfach gestellt werden müssen:
• Sind Deutsche unter den Toten?
• War die Aktion nicht überzogen?
• Hätte es nicht einfach bei Beschlagnahmungen und Verhaftungen bleiben können?
• Führen die vielen Toten nicht zu einem herben Image-Schaden für Israel?
• Geraten die vielen Muslime in der Region jetzt vielleicht außer Kontrolle?
• Sind die Toten nicht selber schuld, weil sie die jungen israelischen Soldaten bedroht und angegriffen haben?
• Haben die Aktivisten ihre Ermordung vielleicht sogar hinterhältig geplant, um Israel in einem schlechten Licht darzustellen?
• In jedem Fall hätten sie doch wissen müssen, dass sie nicht durchkommen werden. Was wollten sie dann? Ein völlig unbegründetes Feindbild schüren?
• Nutzen Demagogen und Fundamentalisten in aller Welt diese Situation aus, um völlig falsche Schlussfolgerungen zu ziehen?
• Was kann man dagegen tun, wenn der Welt nun eine israelfeindliche Stimmung droht?
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