Feige Pazifisten! PDF Drucken E-Mail

FAZ-Kommentar zur Westerwelles Spruch, Afghanistan könne allein mit militärischen Mitteln nicht gesichert werden:

In Deutschland sehnt man sich auch 67 Jahre nach der Kapitulation der 6. Armee in Stalingrad nur nach rein zivilen Lösungen für alle Konflikte der Welt. (..) Westerwelle sorgte dafür, dass niemand in Deutschland auf den Gedanken kam, London sei eine Kriegskonferenz. Das Politische habe endlich wieder in den Vordergrund zu treten, forderte er. Daran müssen sich jetzt nur noch die Taliban halten.“ (Berthold Kohler, FAZ vom 29.1.10)

Dass Deutschland die Amerikaner in ihrem Versuch, den militärischen Sieg in Afghanistan zu erzwingen, nicht bedingungslos unterstützt und entsprechend auch innenpolitisch Flagge zeigt, ist für Herrn Kohler von der FAZ unerträglich. Die Motive Berlins, sich nur unter Vorbehalt und unter Herauskehren eigener ergänzender Strategien den Amis, die ihre Ziele ohne Absprache mit ihren „Verbündeten“ festlegen, zur Seite zu stellen, sind dem Mann egal. Ihn interessiert nur, ob sich Deutschland endlich wie eine normale Macht zum militärischen Zuschlagen bekennt oder – das ist für ihn die einzige logische Alternative – zu Unrecht immer noch unter dem Trauma der Hitler-Niederlagen leidet. Dass die deutsche Kriegspolitik diplomatisch mit dem Pfund wuchert, ganz besonders – auch! – auf nicht-gewaltsame Methoden der Durchsetzung gegen erklärte Feinde zu setzen, ist für ihn kein gangbarer Weg, sondern lächerlich und schädlich. Die Wahrheit, dass kein imperialistischer Staat ohne Kriegsbereitschaft vorwärts kommen kann, haut er deutschen Politikern, die sie natürlich befolgen, um die Ohren. Die Verpackung des deutschen Kriegsbeitrags als pazifistische Veranstaltung und zumal die Behauptung, gerade mit nicht-militärischen Mitteln besondere Erfolgsperspektiven zu besitzen, gilt ihm schlicht als Zeichen von mangelnder Kriegsbereitschaft. Er fordert ein offensives Bekenntnis zur militärischen Gewalt als dem passenden Mittel der „Konfliktlösung“; alles andere ist Feigheit vor dem Feind.