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Südseeinsulaner wie die 10.000 Einwohner von Tuvalu gelten seit jeher als die „Kinder“ und „Glückspilze“ unter den Menschen. Sie leben in einem Klima, das freundlich und angenehm ist und eine Naturlandschaft entstehen lässt, in der der Mensch gut leben kann. Der harte Zwang zu Arbeit und Anstrengung, auch zur Entwicklung von allerhand Technik fehlt. Die Leute leben glücklich und genügsam.
Das war einmal. Seit langem ist die Südseeinselwelt von außen, durch Europa und dann Nordamerika erschlossen. Dort wird investiert, in Tourismus vor allem. Dort werden strategische Interessen der Großmächte wahrgenommen (Atomversuche etc.). Das hat das Leben der einst glücklichen Kinder schon ein wenig umgekrempelt. Auch dort gibt es jetzt Staatsgewalten, die ein Recht verfügen, die Ordnung aufrechterhalten, ein Investitionsklima befördern. Jetzt aber hat die dort hinten ein besonderes Schicksal ereilt. Sie sind die ersten ganz großen Opfer der Klimakatastrophe, die weit weg von ihnen in den Wirtschaftszentren der großen Länder erzeugt worden ist und weiter erzeugt wird. Tuvalu ist eine Flachlandschaft. Der Anstieg des Meeresspiegels wird die Inselgruppe überspülen, also diesen Lebensraum auslöschen. In Kopenhagen haben Delegierte aus Tuvalu darum gebettelt, dass die großen Staaten die Emissionen von Treibhausgasen stärker reduzieren, so dass der Temperaturanstieg unter 1,5 Grad Celsius verbleibt und ihr Hoheitsgebiet verschont bleiben könnte. `Tut uns leid, das sind überzogene Vorstellungen´ lautete die Reaktion der wichtigen Nationen. Als schon länger realistische Beobachter der Staatenkonkurrenz beim Klima-Schonen haben die Tuvalesen schon im Vorfeld der Konferenz vorauseilend Asylanträge in ihrem Umfeld gestellt, damit die Bevölkerung auch ohne eigenes Land und eigenen Staat anderswo überleben kann. Australien hat diese Anträge sofort aus Prinzip abgelehnt – ein positiver Bescheid könnte als „Präzedenzfall“ wirken und weitere unerwünschte Immigration nach sich ziehen. Neuseeland hat ebenfalls abgewinkt – kein Bedarf! – und nur symbolisch ein paar Aufnahmen pro Jahr in Erwägung gezogen. Das ist die `Solidarität unter Menschen´, die im globalisierten Dorf des staatlich gehüteten Kapitals zu erwarten ist. Tuvaluvaluvalu - und weg bist Du! |


