Blut am iPhone PDF Drucken E-Mail
Das geht nun wirklich zu weit!
Foxconn nennt sich ein modernes Arbeits-KZ in China, Zulieferer für Elektronikunternehmen wie HP, Dell, Apple und ein Dutzend andere. Gegründet von einem Taiwanesen, so ziemlich die größte Fabrik der Welt, ansässig in der Sonderzone Shenzhen mit 400.000 Arbeitern auf vier Quadratkilometern werden in diesem kapitalistischen Musterbetrieb 80 Stunden Schinderei pro Woche verlangt. Der Monatslohn liegt umgerechnet bei rund 110 Euro, die praktischerweise für Firmenunterkunft und -verpflegung gleich draufgehen. Drei freie Tage pro Monat. Soweit also erst mal alles in bester Ordnung, die Welt braucht schließlich nichts dringender als Handys.
Bloß ist jetzt blöderweise herausgekommen, dass sich dort laufend Arbeiter umbringen, weil sie das für die einzige Möglichkeit halten, dem Druck in der Fabrik oder einer Blamage bei der Rückkehr ins eigene Dorf zu entkommen. Blöd deswegen, weil daraus für die Auftraggeber dieser Lohnsklaverei ein geschäftsschädigender Imageschaden entstehen könnte. Also musste sich der geschäftsführende Taiwanese wortreich entschuldigen, vermutlich ohne zu wissen, wofür eigentlich.
Eine chinesische Arbeitsrechts-Organisation ruft nun zum Kauf-Boykott von iPhone&Co. auf. Ein sympathischer Wunsch, aber ziemlich um die Ecke gedacht. Denn warum sollen es ausgerechnet die Kunden richten? Warum sollen nicht die Leute in Shenzhen selbst ihre Fabrikherren zum Teufel jagen, statt sich umzubringen? Das läge jedenfalls näher.