Der Fall Opel
Lehrstück Arbeitsplatz Drucken E-Mail

Die Krise kommt bei Opel an

 Die Opel GmbH ist in der Krise. Absatzzahlen sind eingebrochen, der Muttergesellschaft GM droht vielleicht sogar die endgültige Pleite. Deshalb hat Opel in Deutschland Staat und Länder um Bürgschaften und andere Hilfen gebeten. Allen Beteiligten ist schon jetzt klar, dass die Rettungsmaßnahmen für Opel Konsequenzen für die Belegschaft mit sich bringen – und zwar keine angenehmen. Woher wissen das eigentlich alle – möglicherweise sogar bevor irgendein konkreter Plan öffentlich wird? Das wissen alle aus ihrer kapitalistischen Lebenserfahrung: Die „abhängig Beschäftigten“ heißen schließlich so, weil sie abhängig sind vom Erfolg ihrer Firma. Diese Abhängigkeit bekommen sie ständig zu spüren. Wieviele Arbeitsplätze es bei Opel gibt, ob Neueinstellungen vorgenommen, Überstunden bzw. Kurzarbeit angesagt oder Kündigungen ausgesprochen werden, richtet sich ganz danach: dem „Gang der Geschäfte“. Wenn es dem Betrieb schlecht geht – wie jetzt in der Krise –, dann geht es auch den Arbeitern und Angestellten schlecht, weil sie ihren Job und damit ihr Einkommen verlieren oder (im günstigen Fall) Lohneinbußen hinzunehmen haben.

Sich deshalb Sorgen um Opel zu machen und für die Rettung des Unternehmens einzutreten, weil man von ihm abhängig ist, ist jedoch ein Fehler.

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Aus unserer Serie: Klassenharmonie erübrigt Klassenkampf PDF Drucken E-Mail

Ein Betriebsrat dreht auf
Mr. Opel Klaus Franz investiert den Lohn der Belegschaft
Im Frühjahr des Jahres ist der amerikanische Automobilkonzern General Motors von Insolvenz bedroht und damit auch seine europäische Tochtergesellschaft Opel. Jahrelange Lohnkürzungen, Stellenstreichungen und Leistungssteigerungen für die weiter beschäftigten Arbeiter, in Detroit wie in Rüsselsheim und anderswo, haben nicht dazu geführt, den Kapitalgebern die beanspruchte Rendite zu erwirtschaften. Die sind nicht mehr bereit, die Verluste zu tragen und GM noch weitere Kredite zur Verfügung zu stellen. Tausende von Beschäftigten müssen deshalb davon ausgehen, ihre Existenzgrundlage zu verlieren – wie es Tausende schon bisher erlebt haben, so lange der Konzern noch darauf gesetzt hat, nach Entlassungen mit dem Einsatz der verbliebenen Arbeitskräften Investitionen lohnend zu machen.
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Opel - Stilfragen der höheren Art Drucken E-Mail

„Ein solcher Umgang mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern acht Wochen vor Weihnachten ist in keiner Weise hinnehmbar.“ Rainer Brüderle, Bundeswirtschaftsminister


Sonst schon?

Passt es nach Weihnachten? Oder vielleicht zum Karneval? Ach so, der Ton macht die Musik! Die deutschen Proleten haben sich schließlich ein Recht auf formvollendete Kündigungen zur rechten Zeit ehrlich erarbeitet und gewerkschaftlich abgesichert. Dass ein Haufen Entlassungen sein müssen zur Krisenbereinigung – das ist klar. Aber dann doch bitte mit Stil; zum richtigen Zeitpunkt (als ob es den gäbe!) und mit einem warmen Händedruck, und nicht – wie gerade bei Quelle – kalt und herzlos per Telefon.

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Der Betriebsrat und IGM informieren Drucken E-Mail

Die Belegschaft von Opel Bochum braucht sich nicht auf die Medien zu verlassen, die jeden Tag etwas anderes berichten. Sie bekommt den neuesten Stand der Übernahme von Opel von ihren Vertretern aus erster Hand:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
am Donnerstag, den 10.9.09 haben Magna und die russische Sherbank von GM eine Kaufangebot für Opel („New Opel“) erhalten. Mit dieser Entscheidung für einen Investor konnten die Schließungspläne für Bochum und Eisenach gestoppt werden
.“ (Betriebsratsinfo vom 18.9.09)

Eine seltsame Mitteilung: Wer hat denn da was gestoppt? Was wie eine Erfolgsmeldung daher kommt, ist nichts anderes, als dass die Zukunft der Opelarbeiter von den Geschäftskalkulationen von GM und Magna abhängen. Als dieses Anhängsel wurden sie auch die ganze Zeit behandelt, weswegen jede Kalkulation von GM wie der möglichen Investoren von der Öffentlichkeit darauf hin abgeklopft wurde, was dies für New Opel, den Standort Bochum oder die dort Beschäftigten heißen könnte. Dass die sich mit jeder Entscheidung abzufinden haben, war dabei unterstellt.

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Betriebsräte spielen sich als Retter von Opel auf Drucken E-Mail

Kaum drangen die ersten Meldungen von einer drohenden Insolvenz von General Motors an die Öffentlichkeit, meldeten sich auch schon die berufenen Vertreter der Arbeitnehmerschaft in Person von Klaus Franz (Gesamtbetriebsrat) und Rainer Einenkel (Chef des Bochumer Betriebsrats) zu Wort – und sind seitdem nicht mehr verstummt. Interviews in der Presse, Talkshows, bei denen sie die von der Krise betroffenen deutschen Arbeiter repräsentieren – überall können sie das zum Besten geben, worauf es ihnen vor allem ankommt. „Schuld ist GM!“

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