|
Was man mit unerwünschter Kritik so alles machen kann: Sie umdeuten, verdrehen, vereinnahmen, ausgrenzen, überhören, ignorieren, totschweigen, für langweilig erklären, sich aufregen, die Kritik zerreden und in unüberschaubare Detaildiskussionen auflösen, den Kritiker denunzieren, bespitzeln, unterdrücken, ihn mundtot machen oder über ihn lachen, ihn wegen seiner persönlichen Lebensführung für befassungsunwürdig, unglaubwürdig oder menschenverachtend erklären, der Kritik vorwerfen, dass sie Gewalt und Unterdrückung beinhalte, sofern sie nicht von vornherein ihre praktische Folgenlosigkeit beteuert und von jedem Geltungsanspruch Abstand nimmt, die Kritik wegen ihrer Ohnmacht gegenüber dem Bestehenden als unrealistisch, weltfremd und irreführend verwerfen, der Kritik vorwerfen, dass sie nicht die Lösung aller Fragen ist, immer wieder nach der Alternative fragen, die Kritik verwerfen, weil sie zu Konsequenzen führt, die einfach nicht mit der bestehenden Ordnung vereinbar sind, die Kritik zurückweisen, weil ihr Vertreter und seine Organisation verboten sind. Oder einfach mal darauf scheißen, was Frau Meier, der Papa, die eigenen Kinder, der Erzbischof und der Herr Professor dazu meinen; einfach mal einem Moment nicht danach fragen, wozu der vorgetragene Gedanke beim Gelderwerb, der Steuererklärung, der Ferienplanung oder bei der Verdauung nützlich ist; einfach mal riskieren, dass ein Gedanke am Ende mehr ist als die Bestätigung dessen, was man auch schon ohne ihn wusste und wollte und einfach mal darüber nachdenken und prüfen, ob es stimmt, was die Kritikaster da sagen und schreiben, ganz gleich, ob man sie nun bereits sympathisch findet oder nicht.
|