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Frankreichs Finanzministerin kritisiert deutsche Wirtschaftserfolge |
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Wie Konkurrenz den Blick schärft
In Deutschland zeichnen Politiker und Medienfritzen ein positives Bild von unserem Gemeinwesen. Deutschland ist in dieser Optik, die wir alle bitteschön übernehmen sollen, ein tüchtiges Land voller findiger und fleißiger Menschen, wo man die Ärmel schon mal hochkrempelt und sich auch bitteren Notwendigkeiten stellt. Entsprechend hat Deutschland aber auch berechtigte Erfolge zu verzeichnen, an denen die Bewohner irgendwie alle teilhaben und auf die sie stolz sein dürfen. Andere Nationen könnten sich da eine Scheibe abschneiden. Im Moment fällt allen Griechenland ein, morgen sitzen Spanien oder Irland auf der Anklagebank.
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„Das Island-Drama nimmt noch kein Ende“ (HB) |
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Eine brave Volksempörung in Island Während in Griechenland einige zigtausend Gewerkschafter und andere Demonstranten es für höchst „ungerecht“ halten, dass „der kleine Mann“ für die Finanzprobleme der upper classes und des Staates her halten muss, und sich bei ihren Protesten seitens der Ordnungskräfte Papandreous ein blutige Nase holen, hat in Island ein ganz offizielles Volksreferendum über die Rückzahlung von Auslandsschulden stattgefunden. Ergebnis: 93,5 % der Isländer lehnen eine Entschädigung ausländischer Bankkunden auf Staatskosten ab. Sie stehen offenbar auf dem Standpunkt, dass weder sie noch ihr Staat für die angefallenen Spekulationsverluste aufkommen sollen. Nun sind demokratische Regierungen ja ansonsten nicht unbedingt scharf darauf, dass das Volk sich außerhalb von Wahlen zu konkreten Fragen dieser Art äußert. Und kaum war das Volksbegehren ausgezählt, war auch zu hören, dass das Ausland nicht beunruhigt sein solle – die Regierung werde sich sowieso nicht nach der Meinung ihres Volks richten. Ein merkwürdiger Fall also. Was ist da los?
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Sozialhetze von oben – im Namen der Gerechtigkeit Was hat ein Arbeiter mit 38,5-Stunden-Woche, dazugehörigen Überstunden und beschissenem Lohn davon, wenn sein früherer Kollege, jetzt auf Hartz-IV, von der Arge schikaniert und zum Arbeitsdienst verdonnert wird? Hat er mehr im Portemonnaie, weil der andere weniger drin hat? Lebt er besser, wenn der andere es schlechter hat? Nichts davon ist der Fall – und doch redet die Republik seit zwei Wochen genau darüber: Dass es einfach nicht zu ertragen ist, wenn in diesem Land ein Mensch ein paar Euros kriegt, ohne sich dafür krumm zu arbeiten.
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Westerwelle entdeckt spätrömische Dekadenz bei Hartz-IV-Empfängern
„Die Hartz-IV-Diskussion trägt sozialistische Züge. Gerufen wird nach dem Staat, die Rechnung begleicht der Steuerzahler. Es scheint in Deutschland nur noch Bezieher von Steuergeld zu geben, aber niemanden, der das alles erarbeitet. Empfänger sind in aller Munde, doch die, die alles bezahlen, finden kaum Beachtung.(...)Tausendmal mehr Bürger, die für ihre Arbeit weniger bekommen, als wenn sie Hartz-IV bezögen, tun es nicht. Was sagt eigentlich die Kellnerin mit zwei Kindern zu Forderungen, jetzt rasch mehr für Hartz-IV auszugeben? Wer kellnert, verheiratet ist und zwei Kinder hat, bekommt im Schnitt 109 Euro weniger im Monat, als wenn er Hartz-IV bezöge. Diese Leichtfertigkeit im Umgang mit dem Leistungsgedanken besorgt mich zutiefst. Die Mißachtung der Mitte hat System, und sie ist brandgefährlich. Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“ (Westerwelle, Welt online 11.2.10)
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